Leeres Pflegebett vor dem Schanzehof – Für eine Reform, die Versorgung sichert

Gastbeitrag von Katrin Rikirsch
(Einrichtungsleitung Pflegezentrum Schanzehof, Volkssolidarität)

Ein leeres Pflegebett vor dem Pflegezentrum Schanzehof in Tiefenort: Das leere Bett steht für die gravierenden Lücken, die der Pflege drohen, sollte die Pflegereform so kommen, wie sie im ersten Entwurf präsentiert wurde.

Thüringens Wohlfahrtsverbände haben sich zu dieser symbolischen Aktion entschlossen, um auf die Konsequenzen zu verweisen. Ein leeres Pflegebett wirkt auf den ersten Blick unscheinbar.

Doch wenn es leer bleibt, obwohl Menschen dringend einen Pflegeplatz brauchen, wird es zum Symbol für eine Entwicklung, die den Sozial- und Wohlfahrtsverbänden große Sorgen bereitet.

Mit den Aktionen „Das leere Pflegebett“ und „Dieses Auto fährt nicht mehr“ macht die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen auf die möglichen Folgen der geplanten Pflegereform des Bundes aufmerksam.

Denn wenn Pflegeeinrichtungen Plätze nicht mehr anbieten können oder ambulante Dienste ihre Touren nicht mehr verlässlich fahren, betrifft das pflegebedürftige Menschen, Angehörige und ganze Versorgungsstrukturen.

„Diese Reform wird Lücken in der Versorgung schaffen! Die Folgen würden Pflegebedürftige, ihre Angehörigen und alle Träger treffen, und das nicht nur in einem Bereich.

Es wird entscheidende Konsequenzen für die personelle Sicherung der Pflege geben, sollte wie geplant die Tarifbindung ausgesetzt werden“, ist sich das Pflegepersonal sicher.

Einrichtungen hätten mit viel Arbeit, Akquise und tariflicher Entlohnung einen guten Stamm von Fachpersonal aufbauen können – „eben, weil die Löhne in der Pflege in den vergangenen Jahren gestiegen sind.“

Wenn das künftig ausfällt, weil Träger die Lohnkosten nicht mehr vollständig von den Pflegekassen refinanziert bekommen, sind Abwanderungen von Pflegefachkräften zu befürchten.

Ab 6. Juli werden in ganz Thüringen leere Pflegebetten vor Einrichtungen und Plakate auf die drohenden Folgen hinweisen.